Weltweit gibt es Hunderte von verschiedenen Wurmarten. Diese spielen für Ihre Katze aber nicht alle eine Rolle. Sinnvoll ist es vielmehr, sich auf die Würmer zu konzentrieren, die hierzulande verbreitet sind, die Ihrem Tier Schaden zufügen oder auf Menschen übertragen werden können.

In Deutschland sind bei Katzen vor allem Spulwürmer Toxocara cati sowie Hakenwürmer und Bandwürmer von Interesse.

Wie steckt sich meine Katze an?

Spulwürmer und Hakenwürmer kommen bei Katzen aller Altersstufen vor. Kätzchen können sich bereits über die Muttermilch mit Würmern von der Mutter anstecken. Später steckt sich eine Katze mit Spul- und Hakenwürmern an, indem sie Wurmeier, die von anderen Tieren mit dem Kot ausgeschieden wurden, aus der Umwelt aufnimmt. Der Grund dafür: Jede Katze, die Spulwürmer hat, scheidet mit ihrem Kot Wurmeier aus. Diese „reifen“ innerhalb weniger Tage zu infektiösen Eiern heran. Nach dieser Reife sind die Spulwurmeier sehr widerstandsfähig und können über Monate, teils Jahre ansteckend sein und durch Tiere, Menschen, Erde und Wasser – unabhängig von sichtbaren Kotspuren – nahezu überall hin weiter getragen werden.

Möglich ist eine Ansteckung bei allen Tieren, nicht nur bei solchen, die freien Auslauf haben. So hat eine Untersuchung der Tierärztlichen Hochschule Hannover gezeigt, dass 20 % aller Katzen, bei denen ein Befall mit Spulwürmern nachgewiesen wurde, nach Angaben ihrer Besitzer reine Wohnungskatzen sind. Dies weist darauf hin, dass z. B. infektiöse Wurmeier aus dem Freien durchaus auch in die Wohnungen getragen werden, z.B. über Fußmatte und Schuhe.

Mit Bandwürmern stecken sich Katzen an, indem sie wilde Beutetiere (z. B. Mäuse, Vögel) fressen, die entsprechende Entwicklungsstadien der Bandwürmer in sich tragen.

Aufgrund der verschiedenen Ansteckungswege ist das Risiko für einen Wurmbefall je nach Alter, Haltung und Ernährung eines Tieres unterschiedlich hoch. So haben z. B. Katzen mit freiem Auslauf oder solche, die in Zuchten oder Tierheimen gehalten werden, ein höheres Risiko als Katzen, die einzeln im Haus gehalten werden.

Lassen Sie sich daher in Ihrer Tierarztpraxis individuell beraten, wie gefährdet Ihr Vierbeiner ist und welche Gegenmaßnahmen empfohlen sind, und ermitteln Sie die individuell für Ihre Katze empfohlenen Maßnahmen gleich hier in unserem Online-Test.

Was muss ich tun, wenn meine Katze Würmer hat?

Wird bei Ihrer Katze ein Wurmbefall festgestellt, müssen Sie sie gegen die Würmer behandeln, also eine sogenannte Entwurmung durchführen.

Wichtig ist, dafür eine Wurmkur zu wählen, die gegen die vorhandenen Wurmarten wirkt. Es gibt Wurmkuren, die nur gegen Spulwürmer oder nur gegen Bandwürmer wirken, aber auch solche, die beide Wurmtypen gleichzeitig bekämpfen.

Welche Würmer Ihre Katze hat und welche Wurmkur wirksam ist, erfahren Sie in Ihrer Tierarztpraxis.

Haben Sie die Wurmkur gegeben, so wirkt diese rund 24 Stunden lang. Die Würmer im Darm Ihres Tieres werden abgetötet und ausgeschieden. In der Regel reicht eine einmalige Behandlung aus, um einen Wurmbefall zu stoppen. Bei einem schweren Befall oder wenn Sie auf Nummer sicher gehen wollen, können Sie rund 4 Wochen nach der Behandlung eine Kontrolle (Kotuntersuchung) in der Tierarztpraxis vornehmen lassen und/oder ggf. eine zweite Behandlung anschließen.

Im Anschluss an die Behandlung sollten Sie vorbeugende Maßnahmen ergreifen, die verhindern, dass es erneut zu einem Wurmbefall kommt. Näheres dazu erfahren Sie im Kapitel "Wie kann ich meine Katze vor Würmern schützen?".

Wie kann ich meine Katze vor Würmern schützen?

Leider gibt es keine Möglichkeit, sicher zu verhindern, dass sich Ihre Katze mit Würmern ansteckt. Es gibt aber effektive Maßnahmen, um die Gefahr zu verringern, Ihr Tier vor Schäden durch die Parasiten zu schützen und das Ansteckungsrisiko für sich und andere Menschen einzudämmen.

So ist z. B. die gewissenhafte Beseitigung und Entsorgung von Katzenkot sehr wichtig. Der Kot sollte in der Katzentoilette und im Garten täglich aufgesammelt und in einem verschlossenen Tütchen über den Hausmüll entsorgt werden.

Wichtig sind außerdem regelmäßige Kotuntersuchungen und/oder Entwurmungen. Welche Methoden und Abstände für Ihr Tier sinnvoll sind, hängt von seinen individuellen Voraussetzungen ab, z. B. der Form des Auslaufs, der Ernährung oder dem Kontakt zu anderen Katzen. In unserem Online-Test können Sie anhand einiger gezielter Fragen die individuellen Empfehlungen für Ihr Tier ermitteln. Zum Test.

Da bei Freilaufkatzen das Risiko, sich mit Würmern anzustecken und Wurmeier auszuscheiden, deutlich größer ist als bei reinen Hauskatzen, gibt es grundsätzlich zwei Empfehlungen:

  1. Für reine Hauskatzen: 1-2 x jährlich Untersuchung einer Kotprobe und Entwurmung bei nachgewiesenem Wurmbefall.
  2. Für Freilaufkatzen: Monatliche Kotuntersuchung bzw. Entwurmung.

Die Empfehlung der monatlichen Kotuntersuchung bzw. Entwurmung bei Freilaufkatzen erscheint vielen Katzenhaltern übertrieben. Macht man sich klar, wie weit verbreitet Spulwürmer in der Umwelt sind, ist dies die einzig wissenschaftlich fundierte Empfehlung. Jeder Katzenhalter ist aber natürlich frei, für sich und sein Tier selbst zu entscheiden, welches Maß an Sicherheit er sich wünscht und welche Risiken er mit gutem Gefühl eingehen kann.

Ob Kotuntersuchungen oder Entwurmungen vorgenommen werden, ist eine individuelle Entscheidung. Kotuntersuchungen sind in den meisten Fällen eine gute Alternative zu Wurmkuren. Allerdings wird damit nicht sicher verhindert, dass zwischen den Untersuchungen über mehrere Wochen infektiöse Wurmeier ausgeschieden werden können. Wichtig ist außerdem, dass die Kotuntersuchungen regelmäßig (genauso oft wie die empfohlenen Entwurmungen) durchgeführt werden. Finden sich in einer Kotprobe Wurmeier, ist sicher, dass die Katze Würmer hat. Ist das Ergebnis der Untersuchung dagegen negativ, werden also keine Wurmeier gefunden, so kann dies Zufall sein und daran liegen, dass in dieser einzelnen Probe gerade keine Eier enthalten waren. Die Katze kann also trotz negativem Untersuchungsergebnis Würmer haben. Die Genauigkeit und Sicherheit der Untersuchung lässt sich jedoch deutlich erhöhen, indem eine Sammelprobe untersucht wird, die sich aus mehreren kleinen Kotproben von drei aufeinanderfolgenden Tagen zusammensetzt.

Haben Sie einen 100%-gen Hygienewunsch und möchten garantiert ausschließen, dass Ihre Katze ansteckende Wurmeier ausscheidet? Dann müssen Sie Ihr Tier alle 4 Wochen gegen Spulwürmer behandeln. Der Grund: Steckt sich eine Katze mit Wurmeiern an, dauert es mindestens vier Wochen, bis diese im Darm zu reifen Würmern herangewachsen sind und Eier produzieren, die ausgeschieden werden können. Diese Tatsache bedeutet aber nicht, dass alle Katzen grundsätzlich alle vier Wochen entwurmt werden müssen! Empfohlen ist eine Entwurmung alle 4 Wochen nur bei Katzen mit freiem Auslauf, bei einem überdurchschnittlichen Hygienewunsch des Halters oder wenn immungeschwächte Personen mit der Katze engen Kontakt haben. 

Welche Gefahren drohen bei einem Wurmbefall?

Die gesundheitliche Beeinträchtigung von Katzen durch einen Wurmbefall wird vielfach unterschätzt. Wie stark Organismus und Immunsystem beansprucht werden, zeigt z. B., dass es bei einem Spulwurmbefall nicht selten zu einer Veränderung im Blutbild kommt. Weiße Blutkörperchen, die der Immunabwehr dienen, treten dann vermehrt auf und auch leberspezifische Enzyme können erhöht sein.

Spul-, Haken- und Bandwürmer können aber auch in Magen und Darm der Katze zu Schäden führen und vor allem bei Jungtieren zu Problemen wie Durchfall, Erbrechen oder einer gestörten Nährstoffverwertung führen. Die Folgen können Wachstumsstörungen, stumpfes Fell, schuppige Haut und andere Mangelerkrankungen sein. Bei sehr starkem Befall kann es sogar zum Tod betroffener Jungtiere kommen.

Gleichzeitig sind einige Würmer der Katze auch Zoonoserreger. Sie können also auf Menschen übertragen werden und auch bei diesen unter bestimmten Umständen zu Infektionen sowie Erkrankungen führen.

Nimmt ein Mensch z. B. infektiöse Eier bestimmter Spulwurmarten auf, kann es zu einer Wanderung der Larven in Gewebe und Organe des Menschen kommen, wodurch Nervenbahnen, Auge und/oder Gehirn Schaden nehmen können.

Umso wichtiger ist es, Maßnahmen zu ergreifen, die den Befall mit Würmern und die Ausbreitung der Parasiten eindämmen.